|
PAB Empfehlungen für ein gesundes Wohnen: ZURÜCK
Themen: - Die Bedeutung des Tageslichtes
TAGESLICHT Die Bedeutung des Tageslichtes in der gebauten Wohnumwelt wird in seinem wahren Ausmaß im Bauwesen auch heute nur in Ansätzen begriffen. Licht kann schlechtweg als wichtigstes Bau- und Gestaltungselement für die Wohngesundheit bezeichnet werden. Tageslicht beeinflusst die Aktivität und Leistungsbereitschaft des Menschen. Tageslicht fördert das Konzentrationsvermögen, verbessert die Motivation und verhindert vorzeitiges Ermüden. Die gesundheitliche Bedeutung des Tageslichts wird in der Heliotherapie (Lichttherapie) ersichtlich. Durch dosierte Anwendung des Sonnenlichtes zu Therapiezwecken werden Wärme, einzelne Bereiche des Ultraviolettlichtes und indirekte Strahleneffekte zur Heilung von Hautkrankheiten, Knochentuberkulose und zur allgemeinen Kräftigung genutzt. JAHRESZEITLICHE / NATÜRLICHE RHYTHMEN Die Gestaltung unserer Wohnhäuser, ihre Orientierung zu Licht und Himmelsrichtung beeinflusst und stimuliert unsere inneren Rhythmen und Kreisläufe. Das natürliche Licht mit seinen vielfältigen Lichtspektren, den sich ändernden Beleuchtungsstärken und jahreszeitliche Sonnenständen mit ihren zyklischen Veränderungen der Natur, sowie der tägliche Wechsel zwischen Tag und Nacht prägen und beeinflussen den Menschen nachhaltig. LICHT UND GEBÄUDE In Gebäuden verbringen wir die größte Zeit unseres Lebens. Besonders Kleinkinder und ältere Menschen können den Tagesgang der Sonne nur eingeschränkt durch die Gebäudeöffnungen wahrnehmen. Ältere und besonders kranke Menschen verlieren durch Minderung des Tageslichtes ihre ausgeprägten Melatoninminima und -maxima. Ihre ausgeprägten Schlaf- und Wachzyklen verschieben sich, ihre Körperrhythmik wird desynchronisiert und ihre Schlafqualität nimmt ab. So wird es auch verständlich, dass Vitalitätsverluste in den Wintermonaten größtenteils durch geringere Lichtintensität bedingt sind. Ostseitige Schlafräume unterstützen besonders bei älteren Menschen die morgendlich wichtige Cortisolausschüttung und erleichtern das Aufstehen. Die Orientierung nach den Himmelsrichtungen ist in vielen Kulturen, z.B. im chinesischen Feng Shui bekannt und weist alten Menschen bevorzugt Osträume zu. UNSERE EMPFEHLUNGEN - Wir orientieren und planen Häuser bewusst nach dem Tageslicht. - Aufenthaltsräume wie Wohnzimmer und Kinderzimmer orientieren wir bevorzugt nach Süd, bzw. Südwest zu, Schlafräume bevorzugt nach Osten. - Hohe Fenster belichten tiefe Räume besser. Trotzdem sollten zu tiefe Räume vermieden werden, da die Lichtmenge gegen das Rauminnere drastisch abnimmt. - Wintergärten und Vordächer reduzieren den Lichteinfall der dahinter liegenden Räume beträchtlich.
KUNSTLICHT Der Einzug des Kunstlichts in unsere Wohnungen und die Entwicklung der Glühlampe durch Edison 1878 veränderte den Tagesablauf des Menschen entscheidend. Die natürliche Tageslichtdauer konnte nun willkürlich und nach Belieben verlängert werden. BELEUCHTUNGSANFORDERUNGEN:
LEUCHTENARTEN Glühbirne - baubiologisch uneingeschränkt empfehlenswert - hoher Energieverbrauch bei geringer Lichtausbeute (5%) kurze Lebensdauer (1000 Stunden) - Bei Einschaltdauer unter 15 Minuten sind Glühlampen wirtschaftlicher als Leuchtstofflampen. Hochwertige Lampen auch mit 2000 Betriebsstunden erhältlich. - Farbspektrum rötlich-warm flimmerfrei - geringe elektrische Felder
Halogenlampe - Benötigen zusätzliche Allgemeinbeleuchtung, Halogenlampen nur mit Schutzglas verwenden (schützt vor UV-Belastung im unmittelbaren Nahbereich, und Verbrennungsgefahr) - gutes Farbspektrum, jedoch stark punktuelle Lichtquelle mit engem Objekt-Umfeldkontrast - Lebensdauer (ca. 2000 Stunden) - EM-Felder bei Trafo hoch (oft in Leuchtenkörper integriert z.B. bei Tischleuchten )
Energiesparlampe (Kompaktlampen) - energiesparend (günstig bei Dauerbetrieb), hohe Lebensdauer, ökologisch problematisch wegen Quecksilberanteile - in Praxistest tw. geringere Energieeinsparungen und geringere Lichtausbeute als Werbeankündigungen versprechen Sondermüllentsorgung - Farbspektren meist unvollkommen, hohe Lichtausbeute gegenüber Glühlampen - EM-Felder elektromagnetische Felder im Nahbereich, elektronisches Vorschaltgerät integriert - Mindestabstand 50-100 cm zu Arbeitsbereich notwendig, flimmerfrei
Leuchtstofflampe - Farbspektren meist unvollkommen, hohe Lichtausbeute gegenüber Glühlampen - energiesparend, hohe Lebensdauer - ökologisch problematisch wegen Quecksilber - Vollspektrenlampen im Handel erhältlich. Pfandrückgabe - Sondermüllentsorgung EMPFEHLUNGEN TAGESLICHT – KUNSTLICHT Das beste Licht, das uns zur Verfügung steht, ist das Tageslicht. Neben der üblichen monotonen Allgemeinbeleuchtung, sollten individuelle Arbeitsplatzleuchten eingesetzt werden, die spezielle Beleuchtungsanforderungen besser erfüllen.
Vermeiden von Blendungen Die Einfallsrichtung des Lichtes sollte möglichst von der Seite kommen, um Spiegelung und Glanz beim Lesen oder auf dem Bildschirmmonitor zu vermeiden.
Flimmereffekt Alte Leuchtstofflampen, aber auch ältere PC-Monitore weisen einen stark irritierenden Flimmereffekt auf. Ersetze sie gegen ergonometrische, flimmerfreie Produkte.
Ältere Menschen Sie benötigen wesentlich höhere Beleuchtungsstärken um gleiche Sehleistungen wie junge Menschen zu erzielen.
Installation und Elektrobiologie Elektroinstallationen gehören in die Hände des konzessionierten Fachmannes. Zusätzlich berücksichtige elektrobiologische Feldwirkungen durch Leuchen (Trafo, Dimmer, Niedervolt-Seil-Spot-Beleuchtungen etc.)
FARBE / FARBWIRKUNG
Der Einsatz und Gebrauch von verschiedenen Farben in unserer Wohnumgebung erscheint uns heute ganz selbstverständlich. Die psychische Wirkung der Farben ist hinlänglich bekannt und wird im Wechsel zwischen bewusst - unbewusst im Alltag angewendet. Die Auswirkungen der Farben auf den Menschen sind vielfältig. In vielen Versuchen konnten Ärzte und Psychologen direkte biologische Zusammenhänge zwischen Farbauswahl und vegetativen und psychologischen Wirkungen, wie z. B. Atemfrequenz, Pulsfrequenz, Blutdruck und innerorganische Prozesse an Menschen nachweisen. Nicht zuletzt wird in der Farbtherapie durch verschiedene Techniken Stabilisierung bzw. Heilung von Erkrankungen mit Farben erzielt. Die psychischen Wirkungen von Farben beruhen zum Teil auf unbewussten Assoziationen aus erlebten Erfahrungen, sowie aus ererbten und psychischen Dispositionen. Diese Einwirkungen auf den Menschen sind vielfältig. Ihre Auslösefunktion für Lust und Unlustgefühle bedingt einen gewissenhaften Farbeinsatz im Wohn- und Arbeitsbereich, der physiologische und psychologische Anforderungen vorrangig berücksichtigt. Der weite Bereich des Farbeinsatzes zwischen Eintönigkeit und Reizüberflutung kann bei bewusstem Einsatz in der Raumgestaltung dem Bewohner günstige Impulse für seinen Veranlagungstypus geben und beitragen die Atmosphäre im Raum zu stimulieren, oder zu beruhigen. EMPFEHLUNGEN - Abstimmung der Farben auf die individuelle Farbenskala und Berücksichtigung der speziellen Raumfunktion. - Verwenden Sie Farben angeglichener Helligkeit, die durch ihr inneres klares Ordnungskonzept harmonisch auf den Menschen wirken. - Vermeiden Sie verwirrende Buntheit zu Gunsten von bewusst gesetzter Farbigkeit. Dies erreicht man durch Weglassen mindestens eines Farbbereiches. Wie z.B. durch Verwendung von Gelb und Blau als Akzente unter Verzicht von Rottönen. - Es gibt keine unmöglichen Farbkombinationen, die Wirkung ist abhängig von Menge, Farbintensität und Materialeigenschaft. - Beachten Sie den Farbeinsatz in Bezug zum verwendeten Material. - Beachten Sie die biologische und ökologische Unbedenklichkeit der Anstrichfarbe.
TRÄGT DIE RAUMLUFT ZUR WOHNBEHAGLICHKEIT BEI? Die Raumluft
hat große Bedeutung auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Man
kann schlechtweg sagen die Luft die uns umgibt ist wie ein Lebensmittel.
Und das Beste ist gerade gut genug.
THERMISCHE BEHAGLICHKEIT Die Empfindung der Raumtemperatur beruht auf objektiven Raumklimaparametern, wie z.B. der Lufttemperatur und der Temperatur der Umgebungsflächen, der körperlichen Besonderheiten z.B. Gewicht, Geschlecht , der individuellen Tätigkeit, der Bekleidung und der Nahrungsaufnahme. Die Oberflächentemperatur unserer Umschließungsflächen ist durch die Abgabe von Infrarotstrahlung von entscheidender Bedeutung für die thermische Behaglichkeit . Wir kennen diese Unbehaglichkeit besonders im Fensterbereich (alte Fenster), bei denen es ungemütlich ist. Besonders Althäuser mit ungenügend gedämmten Außenflächen weisen ungünstige thermische Verhältnisse auf.
EMPFEHLUNGEN Die Unterschiede zwischen Oberflächentemperatur und Raumtemperatur sollten geringer als 2°C betragen. Dies kann durch moderne Fensterkonstruktionen und wärmegedämmte Wand- und Deckenkonstruktionen erreicht werden. Gleichzeitig wird Energie eingespart (Grundprinzip unserer Passivhäuser). Das vertikale Lufttemperaturgefälle sollte knapp über den Boden bis in Kopfhöhe 2°C nicht überschreiten. Die Oberflächentemperatur des Fußbodens sollte zwischen 19-25°C betragen. Fußkalte Böden sollten vor allem in Kinderzimmern vermieden werden. Bei ungenügend gedämmten und unbehaglichen Gebäuden sollten physiologisch hochwertige Heizsysteme mit großen Infrarotabstrahlflächen eingesetzt werden, z.B. Wandflächenheizungen. Vermeide Wärmemontonien. Temperiere die Räume im Gebäude mit unterschiedlichen Raumtemperaturen von 15°C im Gang bis 25°C im Bad.
LUFTQUALITÄT
Der hygienische Luftwechsel in Gebäuden ist von entscheidender Bedeutung für unsere Gesundheit. Die Verringerung des Luftwechsels bringt nicht nur eine Konzentrationserhöhungen chemischer Luftschadstoffe, sondern auch eine Anreicherung mit Keimen und Viren. Insbesondere in der Heizperiode werden Infektionen wie Grippe, Masern, Scharlach u.a. nahezu ausschließlich in Räumen übertragen. Neben der Entfernung von Emissionen werden Komfortanforderungen an die Raumluft, wie "frische" Luft und die Regulation der Luftfeuchte maßgeblich davon beeinflusst. Insbesondere in der kalten Jahreszeit erhöht sich das Risiko der Schimmelbildung und die Belastung unseres Immunsystem nachhaltig. Der Einbau einer kontrollierten Be- und Entlüftungsanlage, wie bei unseren Passivhäusern üblich, ist die Lösung der o.g. Probleme.
LUFTWECHSEL
Wichtiges Kriterium für die Luftqualität ist die Luftwechselrate. Sie beschreibt, wie oft die Raumluft innerhalb einer Stunde mit der Außenluft ausgetauscht wird. Als Leitsubstanz (Indikator) für den Grad der Luftverunreinigung wird das Kohlendioxyd (CO2) angesehen. Werte zwischen 0,1 und 0,15 Vol% CO2 werden als "hygienischer Grenzwert" angesehen. Im Wohnbereich weisen Schlafräume aufgrund der langen Verweildauer bei kleinen Raumluftvolumen und hoher Personenbelegung (z.B. Eltern mit Kleinkind) ungenügende Luftqualitäten auf. Der Einbau einer kontrollierten Be- und Entlüftungsanlage erspart das Offenhalten der Zimmertür bzw. das Lüften durch die Fenster.
ENERGIESPARENDE MASSNAHMEN
Forcierte Energiesparmaßnahmen und Reduzierung des Luftwechsels, wie zu hohe Fensterdichtungen, haben das Schadstoffrisiko in unseren Innenräumen signifikant ansteigen lassen. Beispielhaft sei der Anstieg der Radongasbelastung angeführt. Wer Energiesparen will und hygienische Raumluft fordert benötigt eine kontrollierte Be- und Entlüftung. UNSERE EMPFEHLUNGEN: Einbau einer kontrollierten Be- und Entlüftungsanlage. Vorteile des kontrollierten Luftwechsels:
|