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Wettbewerb:

 

Passivhaussiedlung in Leverkusen

Landeswettbewerb NRW 2002

 

Architekturbüro Petra Merten

Architektur und Städtebau

 

Sillemstrasse 76a

20257 Hamburg

 

Tel. 040 - 40 19 54 19

Fax. 040 - 40 19 54 43

E-Mail: petra.merten@t-online.de 

[Neu!]Internet: www.architektur-hh.de

BL2 RH Grundriss EG Kopie.gif (15918 Byte) Erdgeschoss                     BL2 RH Grundriss OG Kopie.gif (14189 Byte) Obergeschoss

 

 

Passivhaus Siedlung Leverkusen

Landeswettbewerb NRW 2002

Auslober sind das Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW, die Stadt Leverkusen, die Gesellschaft für Wohnen und Gebäudemanagement mbH und die Architektenkammer NRW

Anlass und Ziel

Mit dem Landeswettbewerb sollen die Möglichkeiten des energetisch optimierten Wohnens anhand einer Siedlung mit ca. 50 Wohneinheiten nachgewiesen werden. Mit der Realisierung des Wettbewerbsergebnisses soll ein beispielhafter Anstoss für weitere Projekte dieser Größenordnung im Passivhausstandard gegeben werden.

Das Wettbewerbsgebiet befindet sich in Leverkusen- Schlebusch am Leimbacher Berg.

Städtebauliches Konzept

Baukörper und Topographie

Die vorgeschlagene Bebauung passt sich der Topographie des vorhandenen Geländes an. Kurze Reihenhauszeilen staffeln sich spiralförmig von Westen ausgehend vom  höchsten Punkt an der Kandinskystrasse nach Osten zur tief liegenden Mulde des Landschaftsschutzgebietes in geschwungenen Zeilen den Hang hinunter. Die trapezförmigen Baukörper öffnen sich nach Süden zur Sonne. Die Auflösung der geschlossenen Raumkanten im Nord- Osten durch freistehende, gegeneinander versetzte  Einzelhäuser, die dem Schwung des Geländes folgen, schaffen den Übergang in den weiten Grünbereich. Durch die Rundung der gegeneinander verschobenen Gebäudezeilen und deren unterschiedliche Längen entstehen spannungsvolle und abwechslungsreiche Raumgefüge. Die klare Anordnung der Gebäude und der Bezug zum Grünzug machen jederzeit eine leichte Orientierung möglich.

Grünflächen

Wohnen im "Grünen" ist das Lebensgefühl für die Bewohner der Passivhaussiedlung oberhalb des Wald- und Auengebietes Leimbachtal. Im Nordwesten der Siedlung schafft eine platzartige Aufweitung an der Kandinskystrasse, an der sich auch die Bushaltestelle befindet, den Blickbezug für Bewohner und Spaziergänger in das grüne "Tal" hinunter. Hier beginnt der Fußweg, der begleitet wird von einem schmalen öffentlichen Grünzug entlang des Regenwasserauffangbeckens und hinunterführt in das nahe Naturschutzgebiet. Die begleitenden Bäume bilden das Rückrad des Grünbereiches und bilden eine klare Trennung zwischen öffentlichem Grün und den privaten Wohnbereichen.  In den Grünbereich integriert sind die auf freier Wiese am Hang stehenden Einzelhäuser.

Erschließung

Die Fahrerschließung erfolgt im  wesentlichen über die, von der Paul- Klee- Strasse abzweigende Wohnstrasse. Direkt an der  Wohnstrasse liegen die Carports und Stellplätze für die PKW der Bewohner und der Besucher. Über kurze Fußwege gelangen die Bewohner über eine nur für Fahrräder befahrbare Freifläche entlang der Bebauung zu ihren Häusern. Diese am Hang liegenden Freiflächen bieten Platz für spielende Kinder und vom  Fahrverkehr ungestörte Aufenthaltsflächen direkt am  Haus. 

Blickbeziehungen

Durch die Lage der Häuser am Hang und die spiralförmig auseinanderdriftende Anordnung der geschwungenen Reihenhausbaukörper entwickeln sich von jeder Position der Siedlung aus interessante freie Blicke in den Grünbereich hinein. Sämtliche Freibereiche bilden Blickbezüge zueinander, so daß von jeder Stelle aus die Orientierung innerhalb der Siedlung und die Orientierung zu den übergeordneten Wegeverbindungen deutlich ist. 

Energiekonzept

Alle Häuser sind mit Ihrer Hauptfassade nach Süden orientiert. Die Häuser drehen sich bis max. 30° aus der Südrichtung, was für den solaren Energieertrag keine wesentliche Rolle spielt. Die geschwungenen Hauszeilen öffnen sich mit Ihrer Südfassade zur Sonne. Die Fläche der Nordfassade wird durch die Trapezform der Häuser minimiert. Hierdurch und durch die Reihung der Häuser entstehen kompakte Baukörper mit wenig Aussenwandfläche, was nicht nur dazu beiträgt den Passivhausstandard mit geringeren Mitteln zu erreichen, sondern auch hilft Kosten zu sparen.

Die Einzelhäuser sind so gegeneinander versetzt, dass die Südfassade verschattungsfrei bleibt. Alle Häuser besitzen eine als Dachfläche und Dachüberstand ausgebildete Fläche zur Integration von Solarkollektoren und einer Fotovoltaikfläche. Die Röhrensolarkollektoren mit einem hohen Energieertrag auch bei flachgeneigten Dächern sind mit einem hochwertigen 300 l Schichtenspeicher verbunden. Der Dachüberstand dieser Fläche sowie ein Balkon im 1. OG schützen die Reihenhäuser vor sommerlicher Überhitzung. Für die Einfamilienhäuser wird diese Aufgabe von aussenliegenden, in die Gestaltung der Fassaden integrierte Jalousien übernommen. Die kontrollierte Lüftung mit Erdwärmetauscher sowie eine ausreichende Dämmung der Aussenhaut sichern den Passivhausstandard.

Für die Nahwärmeversorgung sorgen mit Holzpellets befeuerte Anlagen, welche in den dafür vorgesehenen eingeschossigen Bauten entlang der Kandinskystrasse und am zentralen Platz gelegen dezentral untergebracht sind.

Regenwassernutzung

Das anfallende Regenwasser wird der im Tal liegenden Auenlandschaft zugeführt. In offenen Mulden, die an Übergängen mit Natursteinen überdeckt sind, fließt  das Regenwasser den Hang hinunter und wird entlang der Wohnstrasse und am zentralen Platz in Sammelbecken aufgefangen um von hieraus in die angelegte Wasserfläche entlang des Grünzuges weiterzufließen. Das Wasser mündet in seinem weiteren Verlauf letztendlich in den Leimbach und wird damit wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt.

Das Leben in der Siedlung ist so an jedem Ort direkt mit dem Wasser verbunden.  Es werden keine kostenaufwendigen Regenwassernutzungsanlagen bzw. Anlagen zur Regenwasseraufbereitung benötigt. Dieses trägt dazu bei die Baukosten niedrig zu halten.

Passivhauskonzept 

Reihenhaus / Endhäuser mit Ausbaufläche

Haustyp 1  121 m2 Wfl/ 1a  135 m2 Wfl / 1 b 150 m2 Wfl

Die Reihenhauszeilen sind so konzipiert, dass die privaten Gartenbereiche  um ca. 1,2m erhöht gegenüber der Erschließungsseite liegen. Dieses trägt dazu bei die Verschattung der Südfassade bei tiefstehender Sonne im Winter trotz geringer Abstandsfläche zu vermeiden  und verhindert gleichzeitig Einblicke von der Erschließungszone in die Privatgärten. Die Höhendifferenz wird zur Hälfte in dem den Häusern vorgelagerten Eingangsbereichen und zur Hälfte innerhalb des Hauses aufgenommen.  Der entstehende Split- Level ermöglicht eine spannungsvolle Raumfolge innerhalb des Hauses. Die Grundrisse der Wohnhäuser sind offen und großzügig gestaltet.  Der mittige Lichtschacht, der über die gesamte Höhe des Gebäudes offen bleibt, ist über die ganze Breite des Hauses im Dach verglast. Er dient als Licht- und Energieraum und verbindet gleich drei Funktionen miteinander:

er ist Erschließungsraum innerhalb des Hauses, ist Lichtquelle für die Innenzonen des Grundrisses und ist Energielieferant. Er sorgt für eine lichtdurchflutete Atmosphäre und liefert über das ganze Jahr passive Solarenergie. Der mittige Luftraum bringt die Südsonne auch in die Nordräume der Häuser. Er verbindet die versetzten Geschosse  sowie die Nord- und Südseite miteinander. Er schafft verschiedenartige  Blickbezüge und je nach Blickrichtung differenzierte Lichteindrücke. Es entsteht eine Durchlässigkeit und eine klare Zonierung der Räume.  Die Nordräume sind mit einem Fenster zum Lichtraum hin geöffnet. Die Südräume können auf Wunsch des Käufers ebenfalls zum Lichtraum hin geöffnet werde. Das Nordzimmer im OG kann alternativ als offene Galerie genutzt werden.

Die Fassade öffnet sich mit einer großzügigen Verglasung nach Süden. Ein geschlossener Bereich zum Nachbarhaus wahrt den Abstand und  die Privatsphäre.

Die Häuser sind nicht unterkellert. Der Kellerersatzraum liegt an der Erschließungsstrasse und ist vom Garten aus zugänglich. Der Verzicht auf einen Keller, die Lage der Abstellflächen ausserhalb der gedämmten Hülle, kurze Wege innerhalb der Wohnung ( keine langen Flure ) tragen zur Kosten- und Flächensparenden Bauweise bei. Mit 12,6  W/m2k liegt der Energiebedarf des Hauses unter dem Verbrauch des Passivhausstandards.

 

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