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Quelle: Wetterauer Zeitung

Nr. 8 – Seite 35 - 171. Jahrgang
vom Samstag, 10.Januar 2004
 

 

 

Prima Klima fast ganz von selbst

 

Im Mühlweg entsteht eines von wenigen Passivhäusern in der Region – Zuschüsse für Bauherren möglich

 

Niddatal-Assenheim (mm). Im Baugebiet Mühlweg entsteht derzeit eines der wenigen Passivhäuser in der Region. Es handelt sich um ein Wohnhaus in neuer Bauweise, in dem ein behagliches Innenklima ohne aktive Heizung oder Klimaanlage erreicht wird – das Haus „heizt“ und kühlt sich rein passiv, sozusagen wie von selbst.

 

Die Bauherren Inge und Andreas Rummer entschieden sich für diese Bauweise nicht nur, weil dadurch die Schadstoff-Emission auf ein Minimum reduziert werden, sondern vor allem deshalb, weil sie in Zukunft fast 95 Prozent der Heiz- und Energiekosten eines herkömmlichen Gebäudes einsparen können. „Wir haben uns aus ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten für ein Passivhaus entschieden“, betonte Andreas Rummer gegenüber der WZ.

In dem neuen Haus werde wenige Energie verbraucht, als in durchschnittlichen Neubauten allein an Strom und für die Warmwasserbereitung benötigt wird, erläutert Architektin Eveline Jilg-Meiser das Projekt. Dieser Effekt resultiert aus dem Zusammenspiel wirksamer Wärmedämmung und der Ausnutzung der Sonneneinstrahlung. Jilg-Meiser: „Eine sehr gut gedämmte Wand und stark dämmende Fenster kommen zum Einsatz. Zudem werden interne (Wärmerückgewinnung per Wärmepumpe) und externe (Solarenergie) Energien genutzt.“ Das Gebäude nutze selbst im Winter vorhandene Erdwärme über Wärmetauscher in einem Miniheizsystem. Eine eingebaute Lüftungsanlage sorge für die gleichmäßige Wärmeverteilung.

 

 

 

Damit sich das Bauwerk Passivhaus nennen darf, wurde es nach Fertigstellung der Gebäudehülle zertifiziert und nach den Richtlinien des Passivhaus-Institutes in Darmstadt einem so genannten „Blower–Door–Test“ unterzogen, der selbst die geringste Undichtigkeit feststellen soll. Um die vollständige Dichtigkeit in der Heizperiode (Fensteröffnen und Lüften sollen ganz „normal“ möglich sein) garantieren zu können, ist spezielles Know-How von der Planung bis hin zur Fertigung gefragt mit dem weiteren Vorteil, einer enorm kurzen Aufbauzeit von nur wenigen Tagen.

Dabei brauchte das Ehepaar Rummer keineswegs auf einen individuellen Entwurf zu verzichten. Passiv bauen heißt nicht, ein technisch perfektioniertes Einheits-Bausystem hinnehmen zu müssen. Im Gegenteil: Die Architektin plante das neue Heim individuell – abgestimmt auf die Wünsche der Bauherrn und die örtlichen Gegebenheiten.

Separate, nach Süden orientierte Kinderzimmer, ein lichtdurchfluteter Wohnbereich mit Essdiele und offener Küche samt angeschlossenem Hausarbeitsraum und eigenem Büro zeichnen die Planung aus. Terrasse und Garten in Südwestlage sowie ein Carport sollen das schmucke Eigenheim vervollständigen.

Die Passivbauweise wird nach Angaben der Architektin derzeit kräftig aus öffentlichen Fördertöpfen unterstützt. „Für Passivgebäude werden langfristig zinsgünstige Darlehen mit Festzinssätzen und bis zu drei tilgungsfreien Anlaufjahren gewährt, die in den ersten zehn Jahren ohne zusätzliche Kosten vorzeitig zurückgezahlt werden können“, so Jilg-Meiser. KfW oder das Bundesamt für Wirtschaft seien die richtigen Ansprechpartner. Und: Zur Energieerzeugung eingesetzte Solaranlagen würden nicht nur bezuschusst, sondern lieferten im Einzelfall sogar Mehrenergie, die sich an den öffentlichen Stromversorger verkaufen lasse.

 

Entwurf:

Architektin

Jilg-Meiser, Eveline

Friedensstraße 13 b

63533 Mainhausen

 

Fon 06182-89 72 18

Fax 06182-89 72 19

Mail: emeiser@aol.com

www.jilg-meiser.de

 

Weitere Fotos vom Passivhaus bei Frankfurt

 

Weitere Fotos finden Sie unter
"Passivhaus-Frankfurt"

 

 

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